Innovationskolleg "Optische Informationstechnik"
gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
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Ausführliche Informationen auf unserer
Internet-Homepage
Vorstellung des Projektes
Das Innovationskolleg "Optische Informationstechnik" stellt ein gemeinsames wissenschaftliches
Forum von Forschergruppen mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund zur Bearbeitung
ausgewählter Forschungsrichtungen der optischen Informationstechnik dar.
Aufbauend auf den im
Raum Jena vorhandenen langjährigen Erfahrungen und Traditionen auf dem Gebiet der Optik
haben wir begonnen, die wissenschaftliche Kompetenz der Institute für Angewandte Optik, für
Angewandte Physik, für Festkörpertheorie und Theoretische Optik und des Theoretisch-
Physikalischen Institutes der Universität Jena, des Fraunhofer-Institutes für Angewandte Optik
und Feinmechanik und des Institutes für Physikalische Hochtechnologie e. V. auf dem Gebiet der
optischen Informationsübertragung, -verarbeitung und -speicherung zu bündeln, um theoretische
und experimentelle Grundlagen für perspektivisch anwendbare Lösungen von neuartigen
Komponenten und Systemen für die optische Kommunikations- und Meßtechnik zu erarbeiten.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen dabei die Ausnutzung nichtlinear-optischer Effekte
bei der höchstbitratigen Informationsübertragung, die Nutzung nichtstationärer Prozesse bei der
Informationsspeicherung und -verarbeitung und die Auslotung neuer Potentiale bei der
Miniaturisierung optischer Bauelemente. Die Arbeiten werden in den folgenden vier Teilprojekten
durchgeführt:
-
- Optische Informationsübertragung mit Solitonen
- Transiente optische Informationsspeicherung und -verarbeitung
- Mikrooptische Funktionselemente
- 3D-Wellenleiteroptik.
Teilprojekt I "Optische Informationsübertragung mit Solitonen"
Der Laboraufbau einer optischen Übertragungsstrecke bei 1300 nm unter Verwendung eines
Halbleiterverstärkers wurde durch die Mitwirkung ausgewiesener ausländischer
Gastwissenschaftler und die vollständige Konzentration der von der DFG ermöglichten
Geräteinvestitionen auf dieses Vorhaben erstellt. Eine fehlerfreie (BER < 10-9)
Höchstbitratenübertragung (10 Gbit/s) über 550 km wurde nachgewiesen, was hinsichtlich der
Übertragungskapazität die publizierten Ergebnisse anderer Gruppen übertrifft. Die die
Übertragungskapazität limitierenden Effekte sind durch enge Zusammenarbeit von Theorie und
Experiment verstanden, Vorschläge zu deren Vermeidung erarbeitet und die entsprechenden
Experimente konzipiert. Weiterhin wurden Vorschläge zur Erhöhung der Kapazität der
Kommunikationsnetze bei 1550 nm vorgelegt und Experimente mit der Deutschen Telekom AG
geplant. Ein Solitonenfaserlaser bei 1550 nm wurde aufgebaut. Grundsätzliche theoretische
Arbeiten zur Solitonenwechselwirkung und zur Quantisierung des Lichtes in dispersiven und
absorptiven Medien wurden durchgeführt.
Teilprojekt II "Optische transiente Informationsspeicherung und -verarbeitung"
Aus den experimentellen Untersuchungen zur Charakterisierung optischer Echtzeitspeichermedien
(photorefraktive Kristalle, organische Medien) konnten die für die vorgesehenen Einsatzgebiete
relevanten Parameter (z. B. Gain, Zeitverhalten) gewonnen werden. Darauf aufbauend wurden
Echtzeitspeichermedien in der optischen Meßtechnik (konfokale Mikroskopie, interferometrische
Systeme, Novelty-Filter) und der optischen Bildverarbeitung (Filterung, Systeme mit
Rückkopplung) eingesetzt und getestet. Diese Untersuchungen sollen insbesondere auch in
Richtung hybrider Systeme (z. B. mit räumlichen Lichtmodulatoren) ausgebaut werden.
Vorgesehen ist die Zusammenarbeit mit dem Institut für Organische Chemie und
Makromolekulare Chemie im Innovationskolleg auf dem Gebiet der photorefraktiven Polymere.
Des weiteren besteht jetzt auch die Möglichkeit, Echtzeitspeichermedien mit ns-Pulsen in einem
großen Wellenlängenbereich mit einem OPO-Laser-System zu untersuchen.
Teilprojekt III "Mikrooptische Funktionselemente"
Neuartige optische Breitband-Wellenleiterstrukturen konnten realisiert werden, die z. B. für
Farbbilderzeugungs- und -projektionssysteme eingesetzt werden können. Die Applikation erfolgt
in Zusammenarbeit mit der Industrie außerhalb des Innovationskollegs. Mit
elektronenstrahllithographischer Strukturierung ist es gelungen, metallische Subwellenlängengitter
herzustellen, die z.B. für Polarimeter von Interesse sind. Weitergeführt werden müssen die
Arbeiten zur Charaktersierung von Zero-Order-Gittern und anderen diffraktiven Strukturen, was
auch die Entwicklung angepaßter Meßverfahren erfordert. Spürbare Fortschritte gab es bei der
Entwicklung von Phasenmasken für das Einschreiben von hocheffizienten Fasergittern und bei der
Realisierung faseroptischer Resonatorstrukturen mit sehr guten optischen Eigenschaften. Solche
Fasergitter sollen in Zukunft im Teilprojekt I bei Raman-Konvertern/Verstärkern und zur
Dispersionskompensation eingesetzt werden. Diese Arbeiten sollen fortgesetzt werden. Ein
Schwerpunkt werden auch hochfrequente 2D-Strukturen einschließlich ihrer sensorischen und
meßtechnischen Anwendung sein.
Teilprojekt IV "3D-Wellenleiteroptik"
Erstmals konnte ein 4x4-Richtkoppler in Polymeren in 2,5-D-Anordnung realisiert und vermessen
werden. Damit war auch ein erster Test der theoretischen Modelle möglich. Die gezielte
Anwendung der Berechnungsmethoden führte zur Bestimmung der für die Technologie zulässigen
Toleranzparameter. Technologisch gab es gute Fortschritte bei der Weiterentwicklung der 2-D-
Wellenleitertechnologie in Richtung 3-D-Technologie. Die experimentellen und theoretischen
Untersuchungen sollen weitergeführt und ausgebaut werden.
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